Julian machte einen Schritt, um an mir vorbei den Flur entlangzugehen, doch ich stand fest im Türrahmen und versperrte ihm den Weg. Er runzelte das Kinn, sein schiefes Lächeln huschte kurz über sein Gesicht. „Was ist los, Chloe? Lass mich rein. Draußen ist es kalt.“
„Du hast hier nichts mehr, Julian“, sagte ich und stützte meine Hände lässig auf den Türrahmen.
Er lachte ungläubig. „Was redest du da? Hör auf mit den Spielchen. Hör zu, ich weiß, du bist sauer, weil ich etwas Platz weggenommen habe, aber es war notwendig für meinen Verstand. Du übertreibst.“
„Ich spiele keine Spielchen, und ich übertreibe ganz bestimmt nicht“, erwiderte ich leise. „Ich bin mir sicher, dass ich keine Spielchen spiele, ganz sicher.“ „Sieh dich um.“ Julian warf einen Blick über meine Schulter ins Wohnzimmer. Der elegante, moderne Raum sah völlig anders aus. Sein riesiger Fernseher war verschwunden, ersetzt durch meinen Bilderrahmen und eine Leinwand. Der Couchtisch, einst hoch mit Autozeitschriften beladen, war sauber und mit frischen Lilien geschmückt. Sein Blick huschte umher, als er die Leere in der Wohnung wahrnahm und sich schließlich damit abfand. Er schob meinen Arm beiseite, ignorierte ein letztes Mal meine Grenzen und trat ins Schlafzimmer. Langsam folgte ich ihm und blieb im Türrahmen stehen. Er riss die Türen des Müllcontainers auf und entdeckte mein Kleid, das sich über den gesamten Container ausbreitete. Ihm stockte der Atem.
„Wo … wo sind meine Sachen?“, fragte Julian und drehte sich zu mir um. Seine Stimme klang völlig ausdruckslos. Er sah mich verletzlich, verwirrt und plötzlich ganz klein an. „Chloe, was hast du getan? Du kannst mich doch nicht einfach rausschmeißen! Wir sind seit zwei Jahren zusammen!“
„Deine Sachen sind unten im sicheren Lagerraum“, sagte ich ruhig. „Marcus hat den Schlüssel. Du hast bis morgen früh Zeit, sie in einen LKW zu laden, bevor sie in einen kostenpflichtigen Lagerraum unter deinem Namen gebracht werden.“