Am Morgen hatte Clara Fotos online gestellt: in ihrem Seidenmorgenmantel, die Haare zerzaust, einen Hammer in der Hand, drohend. Die Bildunterschriften lauteten: „Neues Leben. Neues Zuhause. Keine toxischen Menschen.“
Ich sah sie mir von meinem Krankenhausbett aus an, während Detective Morales neben mir saß und die von Clara bereitgestellten Unterlagen durchblätterte.
„Das sind schlechte Aussichten“, sagte Morales.
„Es gehört mir nicht“, sagte ich.
„Sie ist sehr still geworden“, sagte er. „So fängt man Diebe.“
„Ich habe dreizehn Jahre als Buchhalter in unserem Finanzamt gearbeitet, bei Banken, an Bundesermittlungen. Es gehörte mir nicht. Ich war ein Betrüger. Clara war als im Krankenhaus gemeldet, aber es gab keine Anklagen wegen Betrugs, keine Anklagen wegen finanzieller Veruntreuung, keinen Versuch, Treuhandvermögen illegal zu veruntreuen.“
„Der Kauf ist eine Lüge“, sagte Morales. „Alles eine Lüge“, sagte sie. „Es ist vorbei.“
Ich erinnerte mich an den Nachmittag, als Clara wieder anrief.
„Hast du Angst?“, fragte sie.
„Nein.“
„Solltest du aber. Clara, du sagst, du bist fertig, Dad.“
In diesem Moment verstummte auch mein letztes Mitgefühl.
„Nein“, sagte ich. „Ich habe doch gerade erst angefangen.“
Sie heirateten am nächsten Tag in einem Hotelballsaal mit Glaswand, bezahlt mit dem Geld, das sie mir ihrer Meinung nach gestohlen hatten. Victor trug eine Jacke aus ausgestopftem Tier. Clara trug Perlen, die ihrer Mutter gehört hatten.
Das, mehr als das Haus, mehr als das Auto, mehr als die Demütigung, besiegelte ihr Schicksal.
Um 15:12 Uhr, während sie unter den Kristalllichtern tanzten, verkündete Denise das ergänzende Eilurteil.
Um 15:19 Uhr erhielt Detective Morales das Videoband von der Bank.
Um 3:26 Uhr habe ich eine Nachricht an Clara geschickt.