Meine Mutter schrie laut auf, so ein Schrei, der jeden innehalten lässt, der etwas falsch gemacht hat.
Wir rannten die Treppe hoch. Meine Mutter stand in ihren Kleidern im Flur und schaute aus dem Fenster. Hinter ihr war ein schwarzer Polizeiwagen. Hinter ihr, ein Polizeiwagen.
Brandon schüttelte langsam den Kopf. „Mist. Was hast du getan?“
Ich hob den Henkel meiner Handtasche. „Ich habe mich verteidigt.“
Er bewegte sich so schnell, dass ich nicht anhalten konnte.
Ich schüttelte Brandon entschuldigend den Kopf. „Ich habe eine Akte geschickt.“
Meine Mutter presste mir die Lippen auf den Mund. „Mama, hör mir zu. In Familien werden Fehler unter den Teppich gekehrt.“
Meine Mutter presste mir die Lippen auf den Mund. „Mist. Hör mir zu. In unseren Familien werden Fehler unter den Teppich gekehrt.“
„Nennen wir das etwa Verbrechen?“
Brandon schüttelte langsam den Kopf. „Mist. Hör mir zu. In unseren Familien werden Fehler unter den Teppich gekehrt.“
„Nennen wir das etwa Verbrechen?“
Brandon schüttelte langsam den Kopf. „Ich kann nicht.“
„Doch, kannst du.“
„Nein, ich kann nicht.“
„Ach, hör mir zu. Ach, du verstehst nicht, was passiert, wenn das rauskommt.“ Sie sah mich an. „Dann erzähl es mir.“ Es wurde so still im Zimmer, dass ich den Kühlschrank hören konnte.
„Diane, nein“, sagte Mama. Mama schlug sich ins Gesicht. Dann wandte sie sich mit feuchten Augen zu mir und sagte den Satz, der meine Kindheit in zwei Hälften riss.
„Opa hat dir dieses Vertrauen nicht einfach so hinterlassen.“ Meine Augen huschten. „Was?“
„Sie hat dir auch das Haus vermacht, Mama.“ Mama schüttelte laut den Kopf. „Dieses Haus. Auf deinen Namen, gültig ab deinem siebzigsten Geburtstag.“ Nichts davon ergab Sinn. Das Haus, das nach Brandons Partys geputzt wurde. Das Haus, in dem Papa mir Undankbarkeit vorwarf. Das Haus, in dem er mir jedes Mal drohte, mich rauszuschmeißen, wenn ich Nein sagte.
Mein Haus.
Renee spähte erneut: „Ava, bist du in Sicherheit?“ Dads Gesichtsausdruck veränderte sich. Die Schauspielerei brach zusammen. Keine Wut mehr. Panik.
Brandon zeigte auf mich. „Sie kann es nicht beweisen.“ Die Währung wurde korrigiert. „Korrektur?“, fragte ich. Dad griff in seine Tasche und zog einen kleinen Messingschlüssel heraus. Den Schlüssel zum feuerfesten Tresor in seinem Büro.
Dann klickte die Glastür.
Durch das Glas sah ich eine Frau in einem dunkelblauen Pullover mit einem Abzeichen. Neben ihr stand Tante Rennie, weinend und wütend.
Dad sah Brandon an. Brandon blickte die Treppe hinauf.
Und bevor ich mich rühren konnte, stürmte mein Bruder in Dads Büro.