„Sie dachten, der alte Mann würde bald sterben… aber er hatte längst eine Falle gestellt.“
Am nächsten Morgen war der Schlüssel verschwunden.
Ich durchsuchte mein Zimmer.
Meine Tasche.
Jede einzelne Schublade.
Nichts.
Und unten in der Küche saß Lukas ruhig beim Frühstück und lächelte.
Dieses falsche, ruhige Lächeln.
„Suchst du etwas?“ fragte er beiläufig.
In diesem Moment wusste ich es.
Er hatte den Schlüssel genommen.
Doch bevor ich etwas sagen konnte, hörten wir plötzlich einen lauten Knall von oben.
Opa.
Wir rannten ins Schlafzimmer.
Heinrich lag bewusstlos neben seinem Rollstuhl.
Die Ärzte kamen.
Krankenwagen.
Chaos.
Und während ich im Krankenhaus neben seinem Bett saß, hörte ich zufällig meinen Bruder draußen telefonieren.
„Ja“, flüsterte Lukas nervös.
„Sobald der Alte stirbt, gehört alles uns.“
Uns.
Nicht ihm.
Uns.
Da verstand ich plötzlich:
Das hier war geplant.
Noch in derselben Nacht fuhr ich heimlich zur Bank.
Ohne Schlüssel.
Aber als ich dem alten Bankdirektor meinen Namen sagte, wurde er plötzlich still.
Dann führte er mich wortlos in einen privaten Raum.
„Ihr Großvater hat uns angewiesen, Ihnen das hier nur im Notfall zu geben.“
Er legte einen dicken Umschlag auf den Tisch.
Darin befanden sich:
Dokumente.
Videos.
Und versteckte Überwachungsaufnahmen aus dem Haus.
Meine Hände begannen zu zittern.
Denn auf einem der Videos sah man ganz klar…
wie Lukas heimlich Medikamente in Opas Tee mischte.
Teil 2