„Sie sind nicht schwanger, meine Dame.“
„Was meinen Sie mit nein? Was ist mit den Tests? Was ist mit meinem Bauch? Was ist mit all den Bewegungen, die ich gespürt habe?“
Die Spezialistin holte tief Luft, bevor sie antwortete.
„Es gab einen Fehler bei der Interpretation der ersten Tests. Das Ergebnis war falsch positiv. Was sich in Ihrem Bauch befindet, ist kein Baby … sondern ein großer Tumor.“
Larisa erstarrte.
„Ein … Tumor?“
„Ja. Es ist ein Eierstocktumor, der eine Größe erreicht hat, die der einer ausgetragenen Schwangerschaft ähnelt. Das erklärt die Schwellung in Ihrem Bauch, den Druck, den Sie gespürt haben, und sogar die Empfindungen, die Sie als Bewegungen interpretiert haben. Außerdem hat sich die Krankheit bereits auf anderes Gewebe ausgebreitet. Die Situation ist sehr kritisch. Wir müssen sofort mit einer Operation und einer Krebsbehandlung handeln, aber die Zeit drängt.“
Larisas Gesicht wurde kreidebleich. Ihr wurde schwindelig, als Erinnerungen sie überfluteten. Sie erinnerte sich an das Lächeln, die winzigen Söckchen, die sie voller Begeisterung gestrickt hatte, die Momente, in denen sie ihren Bauch gestreichelt hatte, im Glauben, ein neues Leben wachse in ihr heran … ohne sich jemals vorstellen zu können, dass in Wirklichkeit eine Krankheit fortschritt.
Mit ruhiger Stimme fügte der Arzt hinzu:
„Wären Sie gleich nach Erhalt der ersten Ergebnisse zum Spezialisten gegangen, hätten wir eine viel größere Chance gehabt, den Tumor rechtzeitig zu behandeln. Diese Monate waren kostbar.“
Larisa vergrub ihr Gesicht in den Händen und brach in Tränen aus. Zu spät erkannte sie, dass sie all ihre Hoffnung auf eine Vermutung gesetzt hatte, die nie durch eine genaue Diagnose bestätigt worden war, und dass diese Angst sie davon abgehalten hatte, ärztlichen Rat einzuholen.
Von diesem Moment an erwartete sie nicht mehr die Geburt eines Kindes, das nie existiert hatte. Ihr einziger Kampf galt ihrem eigenen Leben.